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Philosophiestudium in Freiburg

Das Philosophiestudium in Freiburg zeichnet sich durch die Vielzahl und Vielfalt seiner thematischen Felder aus, da die Lehrveranstaltungen unmittelbar die Richtungen der philosophischen Forschung am Freiburger Seminar widerspiegeln und sich mit dieser verbinden. Das Seminarangebot orientiert sich an den klassischen Texten der Philosophie. In Mentorien werden zusätzlich zum Seminarangebot klassische Texte selbständig erarbeitet und mit den Dozenten diskutiert. Viele Seminare und Vorlesungen werden von Tutorien begleitet, so dass der Vorlesungsstoff wiederholt, vertieft und diskutiert werden kann. Außerdem finden regelmäßig englischsprachige Lehrveranstaltungen statt. Einschlägige Werke des lateinischen Mittelalters werden auf Basis der Originaltexte erarbeitet und kritisch besprochen. Angeboten wird außerdem ein Lektürekurs: ‚Französisch für Philosophen’. Die Vielzahl der ausländischen Dozenten und Gastdozenten am Seminar ergänzt die Lehre um aktuelle Perspektiven engagierter junger Forscher.

 

Durch interdisziplinäre Seminare, etwa mit der Klassischen Philologie zu den Themen Mythos und Semantik, mit der Kognitionswissenschaft zur Aufmerksamkeit oder der Ethnologie zur Phänomenologie des Fremden sowie in Textlektüren mit der mittellateinischen Philologie und der Arabistik setzt sich die Philosophie den Forschungslagen und -interessen anderer Fächer aus. Die Philosophie trägt so zur Verwirklichung der Freiburger universitas bei und bereichert zugleich ihre eigenen Möglichkeiten. Im fortgeschrittenen Studium stehen Bezüge zur aktuellen Forschung im Vordergrund: Im Forschungskolloquium von Maarten Hoenen referieren regelmäßig Dozenten aus dem internationalen Kontext über aktuelle Themen aus der antiken und mediävistischen Forschung.Lore Hühns Kolloquium bespricht aktuelle Positionen der Ethik.

 

Seiner inhaltlich vielschichtigen und internationalen Orientierung ensprechend ist das Philosophische Seminar eng verbunden mit dem Hoger Instituut voor Wijsbegeerte der Universität Leuven, der Universität Nijmegen, der Université Paris IV (Sorbonne), dem Département de Philosophie der Université de Genève, dem Department of Philosophy an der Pennsylvania State University, dem Boston College, dem Trinity College der University of Cambridge sowie den Husserlarchiven weltweit. Außerdem kooperiert das Seminar im Rahmen des ERASMUS-Programms mit einer Vielzahl europäischer Universitäten.

 

Neben den internationalen Kooperationen werden auch die regionalen Kontakte gepflegt: Im Rahmen der Kooperation EUCOR der oberrheinischen Universitäten Freiburg, Basel, Straßburg, Mulhouse und Karlsruhe können an diesen Universitäten Veranstaltungen besucht und in Freiburg als gleichwertig anerkannt werden. Außerdem gewährt EUCOR einen Fahrtkostenzuschuss für die Fahrten zu diesen Veranstaltungen. Besonders eng ist die Kooperation mit dem Philosophischen Seminar der Universität Basel und der Theologischen Fakultät der Marc Bloch-Universität Straßburg. Regelmäßig finden gemeinsame Blockseminare zu Themen der philosophischen Tradition statt. Außerdem kooperiert das Seminar mit der Schelling-Kommission der Bayrischen Akademie der Wissenschaften.

 

 

 

Personen

 

- Prof. Maarten JFM Hoenen

hoenenMaarten J.F.M. Hoenen ist Inhaber der Professur mit dem Schwerpunkt ‚Antike und Mittelalter‘. Im Mittelpunkt der Lehrtätigkeit seines Teams stehen Fragen der Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie und Logik, nicht nur in der griechisch-lateinischen, sondern auch in der arabischen Tradition. Die Arbeit in den Seminaren ist stark textorientiert, wobei historische Untersuchungen mit aktuellen Problemstellungen aus der Analytischen Philosophie, der Wissenschaftstheorie und der Semantik verknüpft werden. Hoenen ist Generalsekretär der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale und Mitherausgeber der Opera omnia Raimund Lulls sowie mehrerer internationaler Zeitschriften.

  • Maarten J.F.M. Hoenen, A Oxford. Dibattiti Teologici nel  Tardo Medioevo, 2003.
  • Nadja Germann, De temporum ratione. Quadrivium und Gotteserkenntnis am Beispiel Abbos von Fleury und Hermanns von Reichenau, 2006.
  • Laurent Cesalli, Le réalisme propositionnel. Sémantique et ontologie des propositions chez Jean Duns Scot, Gauthier Burley, Richard Brinkley et Jean Wyclif, 2007.

 

- Prof. Günter Figal 

figalAls Schüler Hans-Georg Gadamers, Dieter Henrichs, Ernst Tugendhats und Michael Theunissens untersucht Günter Figal die Philosophie der klassischen Antike (Platon, Aristoteles) und ihre Aufnahme im modernen Denken, vor allem bei Heidegger. Figals eigener systematischer Ansatz verbindet hermeneutische Verstehenstheorie und phänomenologische Analysen mit Klärungsversuchen zu zentralen Fragen der philosophischen Tradition. Seine Vorlesungen sind daher selbstständige Erörterungen zu Fragen der Metaphysik, Erkenntnis-, Kunst- und Naturphilosophie, etwa zum Verhältnis von Natur und Kunst, zu Freiheit, Sprache und Zeit sowie zum Lebensbegriff. Figal ist Vorsitzender der Martin-Heidegger-Gesellschaft.

  • Günter Figal, Martin Heidegger. Phänomenologie der Freiheit,  3. Aufl. 2000.
  • Günter Figal, Gegenständlichkeit. Das Hermeneutische und die Philosophie, 2007.

 

- Prof. Hans-Helmuth Gander 

ganderHans-Helmuth Ganders Schwerpunkt liegt in der Auseinandersetzung mit Husserls Phänomenologie und Heideggers Hermeneutik. Untersucht werden deren Vorgeschichte (Brentano, Dilthey) und deren Weiterentwicklungen bis zu Foucault, Lévinas und Waldenfels. Im Vordergrund stehen systematisch Fragen nach Welt- und Selbstverständnis des Einzelnen hinsichtlich seiner Einbindung in politische und soziale Gemeinschaften. Die daran entwickelte mundane Phänomenologie orientiert sich methodisch an Schütz, Ricoeur und Taylor. Von hier aus werden neuere Theorien des Sozialen wie des Politischen kritisch diskutiert. Diese Offenheit der Phänomenologie gegenüber anderen Wissenschaften dokumentiert sich entsprechend in einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kognitions-, Rechts-, Wirtschafts- und Geschichtswissenschaften. Weitere Arbeitsfelder sind Stoa und Stoarezeption, europäische Aufklärung, Anthropologie und phänomenologische Ästhetik.

  • Hans-Helmuth Gander, Selbstverständnis und Lebenswelt. Grundzüge einer phänomenologischen Hermeneutik im Ausgang von Husserl und Heidegger, 2. Aufl. 2006.

 

- Prof. Lore Hühn 

Als Schülerin Michael Theunissens untersucht Lore Hühn die klassische deutsche Philosophie (Kant, Fichte, Schelling, Hegel) und deren kritische Weiterführung in der Philosophie des Nachidealismus, insbesondere bei Schopenhauer und Kierkegaard, ebenso Positionen des Negativismus im 20. Jahrhundert. Ihren systematischen Ansatz verbindet Lore Hühn mit Themen der klassischen Ethik. Als Direktorin des Interdisziplinären Ethik-Zentrums Freiburg greift sie in Forschung und Lehre fächerübergreifende Problemstellungen der angewandten Ethik (Natur-, Medizinethik) auf. Sie ist Mitinitiatorin des im Aufbau befindlichen Masterstudienganges ‚Angewandte Ethik‘ und Präsidentin der Internationalen Schelling-Gesellschaft.

  • Lore Hühn, Kierkegaard und der Deutsche Idealismus. Konstellationen des Übergangs, 2008.
  • Lore Hühn, Fichte und Schelling oder: Über die Grenze menschlichen Wissens, 1994.
 

 

 

Institutionen

 

Das Husserl-Archiv (Direktor: Hans-Helmuth Gander) versteht sich als internationales Forum für phänomenologische Forschung. Neben den Vorträgen im Colloquium Phaenomenologicum ist das Husserlarchiv an Editionen der Husserlausgabe und an Lexikonprojekten beteiligt. Aus unterschiedlichsten Ländern heißt das Husserl-Archiv jährlich zahlreiche Gastwissenschaftler/innen zu Forschungsprojekten willkommen.
www.husserlarchiv.de


Das Mittelalterzentrum (Direktor: Maarten J.F.M. Hoenen) fasst neben der Philosophie zahlreiche Disziplinen der Mittelalter- und Renaissance-Wissenschaften zusammen und bietet den eigenen Studiengang ‚Mittelalter- und Renaissancestudien’ an. Die Lehrveranstaltungen des Mittelalterzentrums begleiten das Studium mittelalterlicher Philosophie und damit einen Studienschwerpunkt in der Philosophiegeschichte.
www.mittelalterzentrum.uni-freiburg.de


Das Zentrum Antike und Moderne (Direktorium: Günter Figal, Bernhard Zimmermann) bündelt und organisiert auf die Antike bezogene Aktivitäten an der Universität. Durch Forschungen zur Wirkungsgeschichte der Antike in der Moderne dient das Zentrum nicht nur einer aufgeklärten Antikeforschung, sondern will ebenso zur Selbstverständigung der Moderne beitragen.
www.zentrumantikeundmoderne.uni-freiburg.de 

Auf einen Blick

Für das kommende Wintersemester (WS 17/18) gelten voraussichtlich andere Zulassungsvoraussetzung. Bei den Sprachkenntnissen ändert sich Folgendes: für Englisch genügt der Sprachnachweis B2, was in der Regel durch das Abitur bestätigt wird. In Zukunft müssen nicht mehr vor Studienbeginn Latein- oder Altgriechischkenntnisse nachgewiesen werden. Stattdessen kann man jene Sprachkenntnisse im Verlaufe des Studiums erwerben und statt Latein oder Altgriechisch auch Persisch oder Arabisch wählen.



Studienangebot
- Zweijähriges Studium mit Abschlussarbeit
- Freie Wahl eines Studienschwerpunktes:
Geschichte der Philosophie, Theoretische Philosophie,
Praktische Philosophie
- Internationale Forschung und Lehre


Bewerbungsbedingungen

- Dreijähriges Studium (Bachelor) mit einem für
das Fach Philosophie relevanten Studienschwerpunkt
- Überdurchschnittlicher Studienabschluss
- Englisch- und Deutschkenntnisse
- Latinum oder Graecum
- Bewerbungsfrist:
30. Juni

Ansprechpartner

Alexander Bilda
Tel.: 0761/203 - 5487 Fax: 0761/203 - 6809

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